Unsere Geschichte

Die Gaststätte Halboth
Die Gaststätte Halboth

Es war der Wirt und Hotelbesitzer Max Halboth, sein Lokal lag in der Kölner Straße dort, wo heute die Commerzbank residiert, der in der Silvesternacht 1920/1921 die „Gesellschaft Lebensfreude“ ins Leben rief. Eigentlich war das ein geschicktes Manöver eines Kneipenwirtes, der sich damit regelmäßigen Besuch seines Lokals sicherte; denn es wurde sogleich festgelegt, dass die Gesellschaft ständig in seinem Lokal verkehren solle.

 

Es folgen Jahre des Aufbaus. Es wird bei dem Bürgerschützenfest mitmarschiert. Die Farben grün-weiß werden für die Gesellschaft festgelegt. Grün-weiße Schärpen werden angeschafft, sogar eine Offiziersschärpe. Das Tragen von Bierzipfeln wird Pflicht. Für den Führer der Gesellschaft wird ein Gehänge beschafft. Natürlich wird im Cut marschiert.

 

Das ab 1927 geführte Protokoll der Gesellschaft, das als Leihgabe im Archiv des BSV aufbewahrt wird, sagt so gut wie gar nichts über die politische Entwicklung mit Beginn des 3. Reiches aus. Es wird nur geklagt über mangelndes Erscheinen.

 

1934 wird die Gesellschaft aus politischen Gründen in einen Kegelklub Umgewandelt; denn nach der Machtübernahme 1933 wurde begonnen, auch das Deutsche Schützenwesen neu zu organisieren. Es wurde der Deutsche Schützenbund ins Leben gerufen, der wiederum eine Untergliederung des NS Verbandes Reichsbund für Leibesübungen war.

 

1951 erging mit Rundschreiben ein Aufruf an alle ehemaligen Mitglieder der Gesellschaft, wiederum regelmäßig an Treffen teil zu nehmen. Die eigentliche Reaktivierung begann 1972 unter den geschickten Händen des damaligen Bankdirektors Albert Braun. Dieser schaffte es, einen starken Zug zusammen zu bringen. Von dem bis dahin vom BSV suspendierten Zug wurden die fünf noch lebenden Mitglieder übernommen: Heinrich Wolter, Dr. Josef Massia, Alfons Clemens, Fritz Schloßmacher und Hans Winter. Die Alte Fahne von 1920 wurde wieder hervorgeholt, die heute im Schützenzimmer des BSV aufbewahrt wird, denn in den 90er Jahren wurde eine neue Fahne angefertigt.

 

Die Expansion dauert stetig an. Die Gesellschaft Lebensfreude umfasst zur Zeit 26 aktive Mitglieder, neue sind jederzeit herzlich willkommen.

Auch im BSV ist der Verein aktiv. Zweimal stellte die Gesellschaft Lebensfreude den Schützenkönig des BSV, zuletzt 1985/86 mit Dieter Börgershausen.

 

Seit der Reaktivierung hat sich mit der Zeit ein fester Rhythmus im Jahreslauf herauskristallisiert, der den Zusammenhalt der Schützen und der Familien bestärkt.

 

Seit der Reaktivierung existiert eine feste Kleiderordung für die Schützenfesttage. Der Habit für den Festumzug besteht aus schwarzem Anzug, schwarzem Zylinder mit weiß-grüner Banderole, silberner BSV-Krawatte und weißen Handschuhen.

 

Für die legeren oder inoffiziellen Tage besteht ein Outfit aus weißem Hemd mit "Lebensfreude"-Schriftzug sowie befehlsgemäß angepasster Restbekleidung.